Back To Nature

Back To Nature

21. September 2019 0 Von C2

In Sooke sind wir mitten in der Natur gelandet – und um die Natur drehte sich auch unsere vergangene Woche. Wir haben eine bezaubernde Gegend entdeckt, einen hübschen Platz aufgeräumt und für den Erhalt aller schönen Orte demonstriert.

Das ging von „Aww, beautiful“ über „Au weia, so sieht also Bärendreck aus“ bis hin zu „Ahhh, unsere Zukunft“. Fangen wir in der Mitte an. Mit etwas typisch Kanadischem, das wir heute getan haben.

Teil 2: Volunteer work to clean up the forest

Weg mit der Daphne! (Photo credit: Green Team)
Aufräumarbeiten unter strengster Beobachtung von vier Augen.

Volunteer-work ist für Kanadier*innen eine selbstverständliche Sache. Bei allen möglichen Dingen können sich alle einbringen, helfen, etwas tun. Das wollten wir auch. Am Freitagabend lasen wir bei Facebook einen Aufruf der Gruppe „Greater Victoria Green Team„. Sie suchten noch Freiwillige, die ein Waldstück in Sooke aufräumen. Als wir feststellten, dass dieses nur fünf Minuten entfernt von uns ist, war klar: Da machen wir mit! Zehn Stunden später waren wir Teil des Teams.

Auge in Auge mit einem Reh.

Und so befreiten wir am Samstagmorgen zusammen mit 15 anderen volunteers dreieinhalb Stunden lang ein kleines Areal von Dingen, die dort nicht hin gehören: A) die invasiven Unkräuter „daphne“ (Seidelbast) und „holly“ (Stechpalme) sowie B) bear garbage.

Die beiden Sooke-Neuankömmlinge C & C outeten sich gleich als Nicht-Bären-Expertinnen – mit der Frage, wie sie denn das „bear garbage“ erkennen sollten? Wir waren nämlich davon ausgegangen, dass es sich dabei um „bear poo“ handele. Aber nein! „Bear garbage“ sind Mülltüten, die sich Bären gemopst hatten. Zum Beispiel, weil die Leute ihre Mülltonne nicht in die Garage stellen. Oder sie schon am Vorabend auf die Straße rollen, wenn die Müllabfuhr am nächsten Tag kommt.

Fast allein im Wald …
… mit Rehen

Wenn etwas Essbares in Reichweite ist, versuchen Bären alles, um es zu ergattern – zum Beispiel Kompostabfälle oder sonstige Essensreste. Besondere Mühe geben sie sich um diese Jahreszeit, weil sie sich bald in den Winterschlaf verabschieden und sich extra viel Fett anfressen müssen. Sie öffnen Schuppen oder klettern in Bäume, um die Äpfel darin zu ernten. Müllsäcke sind leichte Beute. Haben die Bären einen gefunden, schleppen sie ihn in den Wald und wühlen darin herum. Das Plastik und was darin noch so war, bleibt im Wald liegen. Unfair für die Bären, dass das „bear garbage“ heißt, denn schuld sind ja die Menschen, die nicht aufpassen.

Bunter volunteer-Mix beim Green Team. (Photo credit: Green team)

Ein Bär kam nicht vorbei, dafür aber einige Rehe. Und es hat großen Spaß gemacht – erst recht mit so netten Menschen. Die Kanadier*innen wissen, wie man es anderen leicht macht, sich willkommen zu fühlen. Als wir bei der Vorstellungsrunde sagten, dass wir erst seit zwei Wochen in Sooke und seit ein paar Monaten in Kanada wohnen, klatschten alle in die Hände und riefen „Welcome to Canada! Welcome to Sooke!“

„Volunteers restoring Ecosystems.“
Ausbeute: jede Menge Unkraut auf dem Truck, jede Menge Müll daneben.

Alle zusammen haben wir viele Säcke mit „Bear/human garbage“ weggeschleppt und eine ganze Truckladung „daphne“ und „holly“ aus dem Wald befördert. Schwupps, haben wir außerdem einige Menschen kennengelernt – neben Nachbarn aus unserer Straße auch den Vorsitzenden der „Trail Society“ von Sooke. Er lud uns zum Mitwandern ein – die Mitglieder sind fast jeden Tag in der Natur unterwegs. Eine Helferin erzählte vom Sooke Choir, bei dem wir mitsingen können. Und „Green Team“ hat uns gleich den nächsten Aufräumtermin in der Umgebung von Sooke vorgeschlagen.


Teil 1: Whiffin Spit Park

Noch haben wir nicht viel von Sooke und der Umgebung gesehen. Aber einen Lieblingsort haben wir schon entdeckt: Whiffin Spit Park. Das ist ein 1,6 Kilometer langer Weg auf einer schmalen Landzunge, umspült vom Meer – und bezaubernden Ausblicken.

Blick auf die Juan de Fuca Strait.

Unseren ersten Bären haben wir übrigens knapp verpasst. Einer spazierte zwar auf dem Whiffin Spit herum (wahrscheinlich auf der Suche nach etwas zu essen). Aber offenbar er war eine Stunde vor uns da, wie diverse Facebook-Gruppen vermeldeten.

Whiffin Spit: Der Weg führt nirgendwo hin – nur ans Ende, dann geht es wieder zurück.
Sonnenuntergang.
An der Landzunge leben Hunderte von Vögeln.

Teil 3: „Die-in“ bei Fridays for Future

Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, wird Whiffin Spit kein beliebter Spazierweg mehr sein. Vieles wird sich ändern, und nicht zum Guten. Das wissen besonders die Jugendlichen, die davon betroffen sein werden. Um sie zu unterstützen, waren wir am Freitag bei der „Fridays for Future“-Demo in Victoria dabei – inklusive einem „Die in“.

Wir fanden es sehr bewegend wieder einmal zu sehen, wie weitsichtig die Jugendlichen sind, und wie weit ihre Forderungen gehen. Sie wollen nicht nur ihre eigene Zukunft auf diesem Planeten retten, sondern fordern auch Gerechtigkeit, Frieden und das Ende von Ausbeutung jeder Art. D’accord.

Vor dem Regierungsgebäude von B.C. in Victoria.
„Die-in“.